Montag 3.5.2010 19.30 Uhr in den Räumlichkeiten der VL Ludwigstraße (37)
– „Pazifisten sind Mörder“ Über das Elend des Pazifismus
Ein Vortrag von J. Gerber.

„Soldaten sind Mörder!“ Diese Parole gab Kurt Tucholsky 1931 vor dem Hintergrund der Erfahrung des Ersten Weltkrieges aus. Tucholsky, der sich 1935 in der Emigration das Leben nahm, konnte nicht ahnen, dass es einmal Schrecklicheres als Krieg geben könnte. Angesichts der alliierten Soldaten, die die letzten Überlebenden von Auschwitz befreiten, erwiesen sich Krieg und Militär, wie Wolfgang Pohrt einmal bemerkte, als die „wahren Sachwalter der Menschlichkeit“. Einige der bekanntesten Pazifisten der zwanziger Jahre hatten bereits angesichts der Appeasement-Politik der Jahre 1937 ff., als die Tschechoslowakei von den Westmächten an die Nazis ausgeliefert wurde, erkannt, dass Krieg die Menschheit manchmal auch vor Schlimmerem bewahren kann. Zahlreiche Mitstreiter Tucholskys aus dem „Friedensbund der Kriegsteilnehmer“ engagierten sich dementsprechend bald, nachdem die Westmächte ihren Fehler erkannt hatten, an der Seite der alliierten Armeen gegen Nazideutschland.

Wenn deutsche Linke, wie kürzlich in Halle geschehen, ausgerechnet angesichts des 8.Mai ihre Liebe zu Pazifismus und Antimilitarismus entdecken, dann fallen sie nicht nur hinter die Erkentnisse der damaligen Pazifisten zurück. Sie solidarisieren sich vielmehr nachträglich mit denen, deren Wüten nur mit militärischen Mitteln aufgehalten werden konnte – und die den Pazifismus ein für alle mal diskreditiert haben.

Eine Veranstaltung der „Ag Antifa im Stura“ , der „Jugendantifa Halle“ und der 8Mai Initative Halle.

Dienstag 4.5. 2010 (19uhr) – Uni: Melanchthonianum – Universitätsplatz 8/9 Halle (Saale)
Jens Hoffmann – “ Das kann man nicht erzählen” – Aktion 1005 Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten-

Jens Hoffmann wird in seinem Vortrag anhand seines Buches “ Das kann man nicht erzählen” die Beseitigung der Spuren des Massenmordes an den Juden in Osteuropa durch die Nationalsozialisten darstellen.

“Unter der Bezeichnung Aktion 1005 ließ die nationalsozialistische Staatsführung ab Frühjahr 1943 zahlreiche Kommandos aufstellen, die die Spuren deutscher Verbrechen in Osteuropa nach einem immer gleichen Muster beseitigen: Mehrheitlich jüdische Häftlinge wurden gezwungen, Massengräber zu öffnen, die Leichen aus den Gräbern zu holen und auf den Scheiterhaufen zu verbrennen, bevor schließlich auch sie selbst ermordet wurden.”
(Konkret)
Jens Hoffman schreibt unter anderem für die Zeitschrift Konkret und die Jungle World.

Donnerstag 6.5.2010 (19Uhr) – Uni: Melanchthonianum – Universitätsplatz 8/9 Halle (Saale)
Martin Dornis – „Solidarität mit Israel“ eine Veranstaltung aus der Seminarreihe „Kritik und Krise“ der Antifaschistischen Hochschultage Halle 2010

Eine solidarische Haltung zum Staat Israel muss der Drehpunkt gesellschaftskritischen Agierens heute sein. Die ausdrückliche Solidarität mit einem Staat? Wo man als Linker doch den Staat ablehnt? Und zwar kategorisch. Einverstanden sein mit einer Nation, wo man doch als kritischer Geist gegen jede Nation ist, noch dazu mit einer kapitalistischen, wo man doch auch die kapitalistische Gesellschaft ablehnt? Und das auch noch mit einem Staat mit religiöser Begründung, wo man doch die Religion ablehnt… Das alles erscheint vielen radikalen Linken als ein Paradox. Der Vortrag hält fest an der prinzipiellen Kritik an Staat, Nation, kapitalistischer Gesellschaft und Religion. Aber gerade einer prinzipiellen Kritik sind nicht alle Katzen grau. Im Vortrag soll diskutiert werden, dass sich genau aus der Forderung nach der Abschaffung von Staat und Nation eine positive Haltung zum Staat Israel und der israelischen Nation ergeben. Solidarische Haltung zu Israel ist kein Rückfall in der allgemeinen Kritik an Staat, Nation und Kapital. Vielmehr verhält es sich genau anders herum. Eine Kritik an Staat, Nation und Kapital, die sich nicht zu einer solidarische Haltung zu Israel durchringen kann, erweist sich selbst als nicht radikal genug.

Seminarreihe der Antifaschistischen Hochschultage „Kritik und Krise“ der AG Antifa im Stura der MLU-Halle und Jugendantifa Halle

Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ vom 11.Mai bis zum 25.Mai im Bunter Salon (Halle/Saale)
mehr unter der gleichnamigen Ruprik

Kundgebung „Fight for Freedom! – 65.Jahrestag des Sieges der Alliierten über das nationalsozialistische Deutschland“ am 8.Mai in Halle (Saale) – Leipzigerstraße (66 – 73) – Ecke Martinstraße um 14 Uhr